Großes Glück auf kleinem Raum

URBAN GARDENING

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Bauer auf Zeit

Selbsterntefelder bieten Gartenbegeisterten die Möglichkeit über ein Jahr hinweg ein Stück Land zu betreuen. Dafür parzellieren Landwirte ihre Felder und vermieten die Flächen saisonweise an Hobbygärtner. Den Anbau der Bio Pflanzen und einen Teil der Bewässerung übernehmen die Profis. Unkraut jäten, die zarten Pflänzchen großziehen und im Spätsommer eine reiche Ernte einbringen dürfen die Pächter. Zu Beginn werden auf jeder Parzelle die gleichen Gemüsesorten angebaut dazwischen bleibt aber meist genügend Raum um zusätzlich Pflanzen anzubauen. Eine tolle Gelegenheit mit seltenen Gemüsesorten zu experimentieren. Tipps und Hilfestellungen gibt es meistens von den Anbietern, zum Beispiel bei einer wöchentlichen „Gartensprechstunde“. Oder auch von den Feldnachbarn. Denn wer gemeinsam in der Nachmittagssonne das Feld pflegt, kommt fast automatisch ins Gespräch über den Garten, das Essen und das Leben.

Balkone und Terrassen haben in der Regel ein tolles Mikroklima für Pflanzen. Sie sind zumeist sonnig, windgeschützt und frei von Schädlingen wie den gefürchteten Spanischen Nacktschnecken. Aber Achtung, Sonne und Wind sorgen dafür, dass Pflanzen in zu kleinen Töpfen schnell verdursten. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße. Auch eine Bewässerungsanlage, bei der das Wasser per Zeitschaltuhr über perforierte Schläuche tröpfchenweise abgegeben wird, macht Sinn. Je dichter ein Balkongarten bepflanzt ist, desto schöner ist er. Gerade bei kleinen Flächen stößt man da aber schnell an Grenzen. Der Trick: Gärtnern Sie in die Höhe statt in die Breite! Pflanzenampeln oder Gitter für Kletterpflanzen verwandeln den Balkon in eine grüne Oase. Auch toll sind vertikale Pflanzsysteme, die Balkonfronten in hängende Gärten verwandeln. Sie sind perfekt für Kräuter. Wer auf dem Balkon Gemüse wie Paprika, Tomaten, Chili oder Zucchini ziehen will, greift am besten zu Sorten, die speziell für den Topfanbau gezüchtet wurden und mit dem begrenzten Platzangebot perfekt zurechtkommen. Natürlicher Biodünger sorgt für eine gute Ernte. Sogar schlanke Säulenobstbäume machen auf der Terrasse eine gute Figur und sorgen für Vitaminnachschub. Tipp: Ein blühender Balkon lockt auch Bienen an. Die meisten herkömmlichen Balkonblumen sind weitgereist und daher für unsere heimischen Insekten ziemlich nutzlos. Ein Wildpflanzen- Kisterl unterstützt hingegen die Artenvielfalt
rund ums Haus.

Blühendes Balkonien

Gemeinsam gärtnern

Wer gerne größere Flächen beackern möchte, aber keine eigene Scholle hat, wird eventuell in einem Gemeinschaftsgarten glücklich. Die ersten Gemeinschaftsgärten waren die New Yorker Community Gardens der 1970er Jahre. Durch das gemeinsame Bewirtschaften brachliegender Flächen, schaffte man grüne Freiräume und belebte die dortigen Stadtviertel. Aktuell lebt der Trend durch die Urban Gardening Bewegung wieder auf. Die Flächen, auf denen gemeinsam gegärtnert wird, gehören meist öffentlichen Trägern, wie Städten, Kirchen oder Stiftungen. Statuten regeln die Pflege des Bodens und das Gemeinschaftsleben. Manchmal haben solche Projekte auch interkulturelle oder pädagogische Ziele. So hat z. B. Berlin mit dem Prinzessinnengarten eine landwirtschaftliche Begegnungsstätte geschaffen, die sich dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen sowie einer umweltbewussten Stadtentwicklung widmet. Tipp für alle in und rund um Wien: In der City Farm Schönbrunn, können Interessierte auf 4.000 m2 alles über Gemüseaufzucht und Blumenpflege lernen. Sogar Kurse in Sommerfloristik, Sensenmähen und Einkochen stehen auf dem Programm.

 

 

Indoor gardening

Grüne Triebe sprießen überall. Der regionale Anbau kann sogar im eigenen Wohnzimmer stattfinden. Pflücksalate, Kräuter und Chilipflanzen gedeihen Indoor prächtig, vorausgesetzt sie bekommen genügend Licht, Luft und Liebe. Im Handel gibt es Indoor-Pflanzsets mit Pflanzkästen, Samen, Wurzelkissen, Dünger und Beleuchtung. Auch ein Anbau auf Hydrokultur ist möglich. Hydrokultur bedeutet, Pflanzen ohne Erde  z. B. auf speziellem Bimmsteingranulat mit Wasser zu ziehen und wachsen zu lassen. Dadurch sind die Nährstoffe in Wasser gelöst, statt in der Erde verteilt. Das bedeutet, dass die Wurzeln nicht erst in der Erde nach Nahrung suchen müssen und dadurch sogar schneller wachsen. Durch eine spezielle Pflanzbeleuchtung ist es möglich, Pflanzen auch in Räumen mit wenig oder gar keinem Tageslicht zu ziehen. Je nachdem, was Sie anbauen, dauert es etwa sieben Wochen bis zur Ernte. Salat und viele Kräuter wie z. B. Basilikum können auch schon während des Wachstums beerntet werden