Frau nimmt Schaumbad in Badewanne

Kulturgenuss Bad

facebook twitter google+ pinterest

Heute ist es eine Selbstverständlichkeit am Morgen unter die Dusche zu steigen und zu entspannen. Das Badezimmer ist zum privaten Rückzugsbereich geworden, wo man Ruhe vor dem Alltag sucht und in den man gerne investiert, um ihn zur privaten Wellnessoase umzugestalten.

Luxusbad

Luxusbäder

Im Mittelalter wurde die Kultur der Badehäuser zwar weiterhin gepflegt, doch die hygienische Versorgung der Bevölkerung wurde nach und nach schlechter. Der ärmere Teil der Gesellschaft besuchte meist öffentliche Schwitzbäder, in denen man sich nur oberflächlich reinigen konnte und sich Bakterien und Keime sehr schnell verbreiten konnten. Während der Seuchephasen führte diese Praktik zu einer hohen Ansteckungsgefahr in den öffentlichen Badeanstalten. Ende des 16. Jahrhunderts veränderte sich die Badekultur in Mitteleuropa einschlägig, die Hygiene wurde vernachlässigt und Waschrituale schlossen höchstens Gesicht, Hände und Füße mit ein.

Im 17. Jahrhundert wurde sich dann gar nur mehr gepudert, parfümiert und geschminkt, was den tatsächlichen Verfall der Badekultur nach sich zog. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Badewannenkultur wieder weiter, die Körperhygiene verblieb jedoch im privaten Bereich des alltäglichen Lebens. Doch bis ins 20. Jahrhundert waren private Badewannen oder Duschen meist der wohlhabenden Bourgeoisie vorbehalten und erst in der Nachkriegszeit wurden die privaten Badezimmer nach und nach mit Badewannen ausgestattet, während in den meisten Mietshäusern nur Gemeinschaftsbäder für die Bewohner zur Verfügung standen.

Davor badete man also höchstens einmal die Woche, meist in einer Wanne oder einem Zuber in der Küche. Durch den wirtschaftlichen Fortschritt stiegen die privaten Ansprüche und damit auch die Anzahl der Privatbäder allmählich an.

Schon in der Antike hat die Badekultur im alten Griechenland eine sehr wichtige gesellschaftliche Bedeutung gehabt. Es gab bereits öffentliche Badeanstalten, mit Wannen und unterschiedlichen Becken, Schwitzbädern sowie Heißluftbädern. Aber auch in einzelnen privaten Haushalten gab es bereits Badezimmer. Meist waren diese nur mit einer Waschmuschel ausgestattet, selten hatten sie schon Tonwannen zur Reinigung. Die öffentliche Badekultur wurde erst bei den Römern perfektioniert.

Römische Badehäuser und luxuriöse Thermalanlagen waren öffentliche Räume, die von den Umkleidekabinen, dem Personal und unterschiedlichen Trockenräumen, kalten und heißen Wasserbecken bis hin zu angeschlossenen Spielhallen und Lokalen den Besuchern, fast alles an Unterhaltung boten. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass diese dort auch zwischen vier bis acht Stunden ihres Tages verbrachten. Den römischen Thermalbädern ähnlich, war auch die orientalische Badekultur mit dem öffentlichen Badehaus, dem Hammam. Dieses wurde nach römischem Vorbild geplant und war meist sehr viel kleiner als die römischen Thermen.

Der Hammam ist eine heute vor allem bei Touristen in orientalischen Ländern sehr beliebte Form des Schwitzbads, das in Umkleidekabine und zwei unterschiedlich warme Räume unterteilt ist, in dem Männer und Frauen nach der Tradition jedoch stets getrennt baden.

Badekultur im HammamTraditionellerweise baden Männer und Frauen im Hammam getrennt.
fetishload.net

Abends nach Hause kommen und in Ruhe ein heißes Schaumbad genießen… eine Entspannungsart, die nicht nur in der mitteleuropäischen Kultur schon lange zelebriert wird. Zum Baderitual gehört in allen Kulturen das Baden in warmem oder kaltem Wasser, das seit jeher nicht nur dem reinen Zweck der Hygiene dient, sondern schon seit der Antike auch einen gesundheitsfördernden Wellnesseffekt hat. Das Baden wurde durch die Ansiedlung im öffentlichen Raum lange Zeit als Kombination aus notwendiger Körperhygiene, kulturellem Erlebnis und sozialem Treffpunkt inszeniert.

Anfang des 20. Jahrhunderts kam es schließlich zur Etablierung privater Badezimmer. Die öffentliche Badekultur, wurde in Form von Wellness immer noch zelebriert, doch die Körperhygiene wurde strikt in den privaten Bereich verbannt. Der gesellschaftliche Stellenwert des Bades definiert sich dabei immer über die jeweilige epochale Hygienevorstellung.

Abends nach Hause kommen und in Ruhe ein heißes Schaumbad genießen eine Entspannungsart, die nicht nur in der mitteleuropäischen Kultur schon lange zelebriert wird. Zum Baderitual gehört in allen Kulturen das Baden in warmem oder kaltem Wasser, das seit jeher nicht nur dem reinen Zweck der Hygiene dient, sondern schon seit der Antike auch einen gesundheitsfördernden Wellnesseffekt hat. Das Baden wurde durch die Ansiedlung im öffentlichen Raum lange Zeit als Kombination aus notwendiger Körperhygiene, kulturellem Erlebnis und sozialem Treffpunkt inszeniert.