Teekanne

Tee

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Heiltrunk und Trend

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Vom einstmaligen Elixier für Aristokraten zum Getränk für alle: Heute ist der Konsum von Tee kein Zeichen von Wohlstand, sondern von bewusster Ernährung und Gesundheit. Rund 2800 Tonnen konsumieren die Österreicher im Jahr, Tendenz steigend. Zu den Klassikern im Teekonsum gehören auch hierzulande der vitaminreiche Grüntee und der belebende Schwarztee. Doch auch neue Sorten aus China, Indien und Afrika haben die Haushalte längst erobert. So haben etwa viele Teetrinker mit Assam-Tee, der aus schwarzen Teeblättern gewonnen wird, eine Alternative zum gewöhnlichen Schwarztee gefunden. Dank seinem hohen Gehalt an Vitamin B1 wirkt er sich positiv auf die Konzentration aus und ist – wie Espresso – als Digestif geeignet. Besonderer Beliebtheit erfreut sich auch der aus Südafrika stammende Rooibos-Tee. Ohne Koffein und mit nur wenigen Gerbstoffen ist er besonders für Personen mit Bluthochdruck, Schwangere und Kinder bekömmlich. Ein richtiger Allrounder ist der fruchtig-blumige Chrysanthemen-Tee, der in der asiatischen Traditionsmedizin schon lange einen festen Platz einnimmt: Durch die vielen enthaltenen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente wirkt er sich positiv auf Kopfschmerzen, Unwohlsein, Erkältungen, aber auch Bluthochdruck und Hautbeschwerden aus. Figurbewusste Teetrinker hingegen greifen häufig zum mild schmeckenden Maulbeerblättertee, der Heißhungerattacken vorbeugt. Entschlackende und gleichzeitig gesundheitsfördernde Wirkung sagt man auch dem momentanen Trend-Tee „Matcha“, bei dem gemahlene Grünteeblätter aufgegossen werden, nach. Bei rund 2000 verschiedenen Teesorten mit sehr unterschiedlichen Geschmäckern und Wirkungen ist also auf jeden Fall für jeden Gusto und jede Befindlichkeit die richtige Mischung dabei.

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Ein Heißgetränk erobert die Welt

Im Jahr 350 wird Tee erstmals im Wörterbuch von Kuo Po als „Tu“ eingetragen, als „Goldene Zeit des Tees“ wird die chinesische Tang Dynastie (620-907) bezeichnet, in der man die Teezubereitung und -produktion verfeinert. Mehr als 300 Jahre später bringen die Niederländer den ersten Grünen und Schwarzen Tee nach Europa, 1773 stellen die Briten das edle Getränk auch in der USA, der „Neuen Welt“ vor. In New York wird im Jahr 1908 schließlich ein Meilenstein der modernen Teekultur gelegt: Um Proben an seine Kunden zu versenden, füllt der Händler Thomas Sullivan die Blüten in kleine Seidenbeutel. Im Glauben, sie müssten diesen in heißes Wasser tunken, wird durch einen Zufall der Teebeutel erfunden. 

 

Besondere Teekulturen 

Heute wird Tee überall auf der Welt getrunken – und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. China und Japan verfügen über die älteste Teetradition, hier wird das Getränk seit 5000 Jahren während einer Zeremonie eingenommen. In Indien werden aromatisch-würzige Mischungen mit Zucker und Milch nicht aus der Tasse, sondern von der Untertasse getrunken – so kühlen sie schneller ab. Eine eher pikante Variation gibt es in der indischen Himalaya-Region: Hier wird Ziegenmilch beigemengt, anstelle von Zucker wird mit Salz verfeinert. Besonders tief verankert ist die Teekultur in Großbritannien, wo man abhängig von der Tageszeit „Early Morning Tea“, „Light Tea“, „Afternoon Tea“ oder „High Tea“ serviert. Bei Stehempfängen wird „Royal Tea“ mit Champagner oder Sherry veredelt. 

Die Erfolgsgeschichte des Tees begann sagenumwoben: Um seinen Durst zu löschen soll der chinesische Kaiser Shen Nung nach einer langen Reise vor 5000 Jahren Wasser unter einem Teebaum abgekocht haben. Ein leichter Windstoß wehte einige Blätter herab, das Wasser des Kaisers färbte sich hellgrün und ein wohliger Duft stieg aus seinem Kessel empor. Shen Nung kostete die unbekannte Mischung und fühlte sich belebt und erfrischt – so soll der Tee entdeckt worden sein.

Nach Wasser ist Tee das am häufigsten konsumierte Getränk der Welt. Vor allem wegen seiner wohltuenden und heilenden Wirkung wird das edle Elixier weltweit geschätzt.